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Thema: Auf dem Weg zur Weltenschmiede

  1. #1
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    Standard Auf dem Weg zur Weltenschmiede

    Der Abend bricht herein und müde schaut Ben al Habib den Hügel hinab zum Waldrand. In der Dämmerung ist der Pfad zwischen den Bäumen hindurch kaum noch zu erkennen. "Zu spät" denkt Ben, "sie sind längst über alle Berge und der Riss scheint geschlossen zu sein." Sein Blick schweift weiter über die aufgewühlte Wiese, die durchbrochen wird von schwarzen Brandflecken. Noch vor kurzem brandeten hier die Untoten an den Hügel, wie Wellen an den Strand. Die verbrannten Reste waren nur notdürftig mit Sand bedeckt. "Gefühlte eintausendundeine Welle von Untoten haben wir hier aufgehalten." Keuchend und rasselnd bricht ein Husten aus Ben heraus. Er verzieht das Gesicht und eine Träne rollt über seine Wange. Wann können die Alchimisten endlich mal einen gutschmeckenden Trank brauen? "Verdammter Pesthauch, wenigstens scheinen die Giftmischer ihr Handwerk zu verstehen." Brummt er mehr als er spricht.
    Rechts am Hang liegt das Grab des lustigen Seemanns, der von den Untoten nicht nur niedergemacht, sondern geradezu zerhackt worden war. Für ihn kam jede Hilfe zu spät. Nepomuk, der sonst so fröhliche Priester hatte die Abschiedsworte gesprochen. Ihr Klang hing noch in der Luft "Wo du jetzt bist, mögest du wandeln in Frieden und unter Freunden".
    Im Lager scheint auch nur wenig Euphorie zu herrschen, sind doch eher Seufzer und erschöpftes Schweigen zu hören. Viel wurde in den letzten Tagen und Nächten von allen verlangt und vollbracht. Selbst die schwer gerüsteten Kämpen, des so kampferprobten Banners sitzen nahezu regungslos bei ihren Zelten. Viele der Waffen schartig und Rüstung wie Schild vielfach beschädigt, werden die Schmiede noch etliche Kupfer bei der Reparatur verdienen.
    Nolofin Silberwind, der junge Elb nähert sich und tippt Ben vorsichtig an. "Schaut nicht so griesgrämig, es ist immerhin ein Sieg des Lebens über den Tod. Kommt herüber zum Feuer." Ben dreht sich um und geht langsam auf seine Freunde aus den Nordlanden zu, die bereits ihren Met trinken. Ben schüttelt den Kopf und denkt sich "Hätte ich nur mehr Wein mitgenommen!"
    Am Feuer angekommen hält Uthred Ben einen Zettel vor die Nase. "Ich kann es zwar nicht lesen, aber die anderen sagen es gibt einen Sommerfeldzug, damit diese verdammten Angriffe aufhören."
    "Zeig mal her" Etwas unwirsch schnappt sich Ben den Schrieb und dreht ihn, um im Schein des Lagerfeuers etwas zu erkennen. "Tatsächlich, so scheint es. Da wir hier ja fertig sind und die verdammten Untoten ja nichts und niemanden verschonen werden, sollten wir uns morgen zum Sammelplatz bei der Weltenschmiede aufmachen."
    "Ja, " wispert Nolofin mit Blick auf die verbrannten Bäume und die geschwärzte Erde "für Terra!"

  2. #2
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    "Verdammte Untote" brummt Ben und reibt sich das linke Knie. " erst zerschmettern mir die Krieger von silent hill das Schienbein, so dass die Quacksalber es kaum hinbekommen und dann noch die Negatoren, die mir fast die Wade durchtrennt haben." Langsam aber dennoch aufrecht gehen Sören, Oliver, Uthred, Nolofin und Ben die staubige Straße entlang. Siebenhafen steht auf dem Schild am Rand, allerdings ist die Entfernungsangabe nicht zu lesen. So scheint sie auch den Heimkehrern egal, da sich das Lager des Sommerfeldzugs immer weiter entfernt.
    "Oh wie schön ist Mythodea, ein Märchenland aus unsrer Zeit." Singt Nolofin vergnügt vor sich hin. Tatsächlich erscheint Ihnen das Gras heute grüner, das Wasser erfrischender, die Sonne belebender und Luft klarer. Ob das wohl schon das Werk Terras, oder ob es einfach das befreiende Gefühl der Rückkehr ist?

    "Ein Lied!" Unterbricht Uthred Nolofin etwas grob und schon fallen sie ein:

    Komm setz dich zu mir, rutsch ans Feuer heran,
    ich erzähle dir eine Geschichte.
    Über Heldenmut und Tapferkeit,
    eine Gruppe voll Helden, bezwingt jeden Feind.
    Das Blaue Banner - VON HINTEN!

    So begab es sich, um für Terra zu kämpfen,
    fanden sich tapfere Männer und Frauen
    zusammen, um gegen Verfehmte zu streiten
    zu sorgen für Frieden auf ewige Zeiten.
    Das Blaue Banner – VON HINTEN!

    Lauscht uns‘rem Lied, es soll jeden erreichen,
    ob Mann, ob Frau, ob Freund oder Feind.
    Es berichtet von uns‘ren gar heldenhaft Taten,
    gemeinsam auf immer und ewig vereint.
    Unser Schlachtruf soll es jedem verkünden:
    BLAUES BANNER, VON HINTEN!


    Noch weit ist der Gesang zu hören als Ben und die Gefährten langsam gen Siebnhafen ziehen.

  3. #3
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    "Doch gab‘s auch Verluste und Niederlagen,
    Freunde fielen dem Feinde anheim.
    Wir trauern um jeden, vergessen euch nie!
    Drum vernehme auch du diese Melodie!
    Schließ dich uns an, um dein Glück zu finden,
    Schrei es raus: BLAUES BANNER – VON HINTEN!"

    Doch Kaelas heißere Stimme schallte nicht über das Feld, wie der Text es eigentlich verlangt hätte. Vielmehr war sie ein schartiges Flüstern, der man die Überlastung in den letzten Tagen deutlich anmerkte und die wohl für kaum jemanden anderes als die Ohren der Keltin zu vernehmen war.

    Der Blick der Keltin ging zurück zu dem großen Portal, aus dem noch immer Menschen strömten. Gesunde Kämpfer, die große Siege errungen hatten und glücklich waren, wieder auf dem Weg nach Hause zu sein. Doch waren auch Verwundete Teil des Heerwurms, der aus dem Portal strömte. Und auch Tote. Manch ein Gefallener war würdig aufgebart und wurde nach Hause gebracht, doch viele Leichen schienen einfach am Wegesrand vergessen worden zu sein.

    Verluste - ja Verluste hatte das Blaue Banner in diesem Jahr viele erlitten. Mehr als in jedem anderen Sommerfeldzug zuvor. Und für jeden einzelnen fühlte sich Kaela persönlich verantwortlich. "Alles hat seinen Preis," flüsterte Kaela und fasste sich beinahe unbewusst an den Stein, der vor ihrer Brust hing. Würde sie dieses Schuld je wieder gut machen können?

    Ein kurzer Ruf riss die Kriegerin aus ihren Gedanken. Ein letztes Mal blickte Kaela zurück zum Portal. Dann drehte sie sich um und schloss sich langsam humpelnd der Gruppe an Reisenden rund um Dros Rock an, die zurück zum Hafen und weiter in die Mittellande aufbrach.

    Sie würde es zumindest versuchen.
    Blaues Banner - Von hinten

  4. #4
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    Der alternde Schamane trottet gesenkten Hauptes seines Weges. Die Beine sind schwer. Er ist erschöpft - nicht nur der Körper.
    Der Feldzug war doch erfolgreich. Jedenfalls sagen das alle - oder die Führung. Viele Krieger sind nahezu euphorisch und so geht es auch vielen anderen.

    Versonnen und bedrückt wandert er weiter. Von weiter vorn hallt ein Siegeslied herüber.
    ... gar heldenhaft Taten,
    gemeinsam auf immer und ewig vereint.
    Unser Schlachtruf soll es jedem verkünden:
    BLAUES BANNER, VON HINTEN!

    Ach ja - so wohlgelaunt sind die meisten. Aber ...

    Eine gerüstete Gestalt humpelt langsam vorbei und Josephus vernimmt eine heisere Stimme, die ein Lied singt, fast murmelnd:
    ... Freunde fielen dem Feinde anheim.
    Wir trauern um jeden, vergessen euch nie! ...

    Josephus hebt den Kopf. Das ist ja Kaela. Wo ist ihr Sieg verheißendes Lachen, dem nicht zu widerstehen ist. Allein der Gang ist nocht ein wenig forsch - wenn das Hinken nicht wäre.
    Der Schamane nickt der Keltin verständnisvoll zu und versucht ein aufmunterndes Lächeln, das nicht recht gelingen will.

    Ach Toppel! Wärst du doch hier.
    Hinterlistig von einer Schar Untoten Fleisches hingemetzelt.
    Ehrloses Pack!
    Toppel, dein einfaches Wesen fehlt mir. Dein weit und hoch fliegender Geist ist nicht mehr. Dein starker Arm wird keinen Bogen mehr spannen und auch kein Schwert mehr schwingen.
    Deinen Hut hat Elocin mir gebracht. Ich werde ihn zusammen mit Freunden in der Heimat verbrennen im Gedenken an dich.
    Mein Freund. Mein Freund
    Du bist in meinem Herzen - machst es schwer.

    Josephus findet einen Findling am Wegesrand und setzt sich. Tränen in den Augen.

    .
    Geändert von Josephus (13.08.2015 um 00:47 Uhr)
    Seien Elemente und Geister Euch stets wohlgesonnen.
    Josephus, Schamane und Heiler

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  5. #5
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    Bei jedem Strohhut denke ich an ihn, das herzliche Lachen, das brüderlich in den Arm nehmen, ich bin sehr traurig, die Erinnerung an dich bleibt Toppel.

  6. #6
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    Der Geist des Kämpfers schaut über die Ebene. Er sieht – nicht so, wie Augen sehen – über das zertrampelte Feld, sieht die zerschundenen Leiber gefallener Gefährten. Er weiß, er müsste sie kennen – aber die verzerrten Gesichter bleiben ihm fremd.

    Hier und da erkennt er noch eine Bewegung, einen letzten Herzschlag - oder einen letzten Atemstoß.

    Dann erhebt sich ein wabernder Schatten aus einem der leblosen Körper, und wie ein formloses Gesicht blickt sich der Schatten um. Als suche er etwas.

    Wie ein starker Sog zieh etwas an dem Schatten, droht ihn fortzureißen, wohin auch immer. Der suchende Blick des Schattens wird verzweifelter, als suchte er etwas, an dem er Halt finden könnte. Doch dann wird er fortgerissen, mit einem verzweifelten, stummen Schrei auf den formlosen Lippen...

    Der Geist des Kämpfers spürt den Sog. Etwas zerrt an ihm. Will ihn mit sich reißen. Eine große Macht in dieser Spiegelwelt fordert seine Seele ein.

    Da fällt sein Blick auf etwas, das auf dem Schlachtfeld liegt.
    Wiedererkennen.
    Schweiß und Blut klebt daran. Sein Schweiß und sein Blut.
    Es ist sein Hut, gefertigt aus Pflanzen, die Terra wachsen ließ.
    Die fremde Macht zerrt stärker an seiner Seele.

    Aber der Kämpfer hat einen Halt gefunden, in dieser fremden Welt.
    Etwas, das Terra hat wachsen lassen und das getränkt ist mit seinem Schweiß und Blut.
    Und die Seele des Kämpfers klammert sich daran, so stark, dass die fremde Macht sie nicht so einfach an sich ziehen kann.

    Der Kämpfer weiß nicht, wie lange er noch standhalten kann gegen diese alles durchdringende Macht.
    Aber er gibt nicht auf und kämpft um seine Seele.
    Und hofft auf Rettung ...
    Geändert von Toppel (17.08.2015 um 22:05 Uhr)
    Wer im Dunkeln schießt, trifft immer ins Schwarze!
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  7. #7
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    Tage später sitzt Josephus meditierend unter einem Baum.
    Seine Trauer um den verblichenen Freund ist nicht mehr so brennend. Das Leben geht weiter - so hätte Toppel es auch gewollt.
    Wie schön, hier in der Heimat wieder die Verbindung zu den Geistern und Elementen zu spüren. Ein sanftes Lächeln ist auf seinem Gesicht.
    Ganz frei lässt er die Gedanken schweifen.

    Wind, Pflanzen, Natur um mich, die Geistwelt ist in Ordnung ... Frieden ...
    nicht so wie in der kranken Spiegelwelt, wo sich alles so zerrüttet anfühlt ... wo die Verfemten uns so zusetzen ...
    da! - ein Gedanke ...


    Gesior öffnet die Augen, sein Blick geht aber weiter ins Leere.

    Nur jetzt den Gedanken nicht verlieren!

    Schwarzes Eis, Untotes Fleisch, Kreislauf, sie kommen wieder und wieder, wie funktíoniert der Kreislauf?
    Wie gehen sie im Kreis? Gehen!? Patellasehne, Achillessehne, Kreislauf hemmen oder unterbrechen.
    Welch böser Gedanke?
    Ich brauche Rat.


    Josephus steht auf und begibt sich in den Ort. Er sucht auf dem Markplatz, in Tavernen, beim Ortsvorsteher. Gibt es hier Magier oder Gelehrte, die sich mit dem Kreislauf der Verfemten besser auskennen?
    Er sucht das Gespräch auch mit Kriegern?
    Seine immer wieder formulierten Fragen:

    "Kehren die gleichen Krieger wieder?
    Gilt das für Untotes Fleisch und Schwarzes Eis?
    Wie können sie wiederkommen?
    Ist das sowas wie eine Seelenwanderung?
    Ist der Körper für diesen Kreislauf erforderlich?
    Was ist, wenn ich den Körper nicht töte, ihn nur fessele oder am Weggehen hindere?
    Wiedererstehen Untote nur, nachdem sie getötet/vernichtet wurden? Oder regenerieren beim Untoten Fleisch auch Verletzungen bei noch Lebenden?"


    Viele Fragen. Gibt es Antworten?
    Wer kann sie geben?
    Geändert von Josephus (18.02.2016 um 10:37 Uhr)
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    Josephus, Schamane und Heiler

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  8. #8
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    Auf dem Marktplatz gerät Josephus an einen betagten Abenteurer, der das linke Bein leicht humpelnd nach sich zieht. Seine Lederrüstung wurde mehrfach geflickt und er riecht etwas nach Bier.

    Mhh? Du willst etwas über das Untote Fleisch erfahren?....Ich war einer der ersten, der diesen Kontinent betreten hat, und kann Dir sagen, das sind vielleicht zähe Biester. Diese Königin, die Knochenkönigin weißt du? Es heißt, aus ihr ziehen sie ihre Kraft! Allerdings habe ich Gerüchte gehört, sie sei tot. Keine Ahnung, ob das stimmt. Aber irgendwie kann das auch nicht stimmen oder? Ich meine, die greifen uns doch weiter an, nicht wahr? Jedenfalls nehmen die die Körper von Gefallenen, egal ob Siedler, Elementarvolk oder erschlagener Untoter, und nehmen sie in ihre Reihen auf. Diese widerwärtigen Fleischnäher sammeln sogar brauchbare Gliedmaßen von erschlagenen Feinden, um sie anderen anzunähen! Mein Bruder Malek und ich haben als Bogenschützen immer zuerst Jagd auf die gemacht...damals, als ich noch gut sehen konnte...Und dann gibt es noch diese mit den Glocken, die wirres Zeug labern, die sollten wir auch immer zuerst erledigen. Irgendwas haben die mit dieser ganzen dunklen Magie zu tun. Vielleicht wirken die sie sogar?


    Am nahegelegenen Marktstand beäugt eine junge Frau die Auslage und lauscht eher unfreiwillig eurem Gespräch. Sie rollte währenddessen mehrmals mit den Augen. Ihr Gewand ist in blassem grün gehalten. Als sie sich euch nähert, erkennt Josephus, dass sie ihre Ärmel wegen vieler dunkler Tintenflecke mehrmals nervös hochkrempelt. Offenbar steht eine Schreiberin vor ihm. Mit einem ziemlich belehrenden Ton sagt sie:

    Das untote Fleisch unterbricht den Kreislauf Terras und beseelt Körper, die es auf die Knochenkönigin einschwört. Die Seelen wurden der Urseele des Landes entrissen und versklavt. Wenn ihr wirklich mehr...fundiertes Wissen über das untote Fleisch erfahren wollt, studiert die Bücher in der mythodeanischen Wanderbibliothek. In den meisten Siegelhauptstädten wie Grian Quihenya oder Paolos Trutz sollten Abschriften vorhanden sein.

    (hier der Link zur Wanderbilbiothek: http://live-adventure.de/ConQuest/bib/index.html )
    "Wenn die Sonne tief steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten."

  9. #9
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    *ein Bote erreicht die Festung der Kelten. Er übergibt Kaela eine Schriftrolle. Als Kaela ihn öffnet strömt der Duft von Zedernholz und Rosenblüten hervor. Die Schrift wirkt etwas unbeholfen, als wären die Buchstaben einzeln zusammengesetzt.

    "Aus der Oase Brantara, im nördlichen Meer des Sandes"

    As Salam Alaykom Kaela,

    In den nördlichen Ländern feiert man dieser Tage das Yule Fest. Bis dieser Brief euch erreicht werden sicherlich 2 volle Monde am Nachthimmel zu sehen und vergangen sein. Wenn ihr das lest werden die Tage also auch im Norden schon wieder länger sein. Das freut mich für euch. Auf dass ihr nicht den kurzen Tag in verqualmten Hütten hocken müsst und euch den A.... -llerwertesten ab... - verkühlt.
    Die Oase, in der ich die letzten Monde verbracht habe ist im Nördlichen Sandmeer und somit recht nah der Grenze zu meiner Heimat. Ich wage nach wie vor nicht die Grenze zu überqueren, um den Häschern des Südens keinen Vorwand zu liefern mich erneut zu verhaften.
    Andererseits höre ich aufmerksam zu, wenn die Händler aus dem Süden hier ankommen und den Kamelen eine Rast gönnen. So hörte ich, dass sich bisher nichts verändert hat in meiner Heimatstadt. Die Messerarbeit und das Entfernen lästiger Spione hier hat auch nicht dazu beigetragen meinen Ruf als friedfertiger Händler, als der ich hier anfangs aufgetreten bin, zu untermauern. Das heißt aber auch dass ich auf absehbare Zeit eine ungebeten Person im Süden sein werde.
    So werde ich, wenn die Sonne auch im Norden mehr Kraft entfaltet wieder aufbrechen. Zu eurem Beltanefest sollte ich in der Nähe der Hafenstadt Hammaburg sein. Meine Gefährten haben versprochen sich um dieselbe Zeit dort einzufinden. Wen auch immer ich dort noch antreffen oder rekrutieren werde schleppe ich auf ein Schiff, welches uns mit nicht zu vielen Umwegen nach Mythodea bringen sollte. Dort treffen wir uns - so hoffe ich - am gewohnten Sammelpunkt für den diesjährigen Sommerfeldzug. Sollte es Planänderungen geben, so hinterlasst eine Nachricht in der Taverne "Einhorn" in der Hammaburg.
    Bis dahin gehabt euch wohl und gebt acht, dass euch nichts abfriert. Wäre schade 'drum.
    Den Segen der Elemente für euch. Für Terra - zum Sieg!
    Ben al Habib

    P.S. Und sagt dem Quartiermeister, dass wir in diesem Jahr mehr von dem guten Rotwein brauchen und nicht das süße Zeugs, dass ihr Nordländer immer trinkt.

  10. #10
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    "Ich danke Euch" nickt Josephus dem Alten zu.
    "Und Euch gilt ebenfalls mein Dank" er wendet sich mit einem nicht ganz unterdrückten amüsierten Lächeln an die Schreiberin. "Ich werde mich in der Bibliothek informieren."

    ...

    Nach mehrstündigen Studien in der Bibliothek versucht er, mit einem der Gelehrten ins Gespräch zu kommen. Die Enttäuschung ist seinem Mienenspiel anzusehen.

    Einleitend erwähnt Josephus nochmal seine Fragen, um dann seine Erkenntnisse aus den Studien hoffnungsvoll zu hinterfragen:

    "Wenn ich es richtig verstehe, ist es beim Untoten Fleisch so, dass der Knochenkönigin eher zu viele Seelen verfügbar sind. Daher ist das Zurückhalten der Seele wohl wenig effektiv.
    Körper zu vernichten, sofern es viele Körper sind, macht schon mehr Sinn. Vermutlich können die Vernichteten aber schnell genug durch andere tote Körper ersetzt werden - gerade in einem Krieg.
    Aber DIESE Seele kann nicht wieder erweckt werden, richtig?

    Die Wesen des Schwarzen Eises erstehen vollständig aus der Essenz. Auch hier beeinträchtigt das Zurückhalten einzelner nicht viel, da die Menge der Essenz dadurch nicht wesentlich vermindert wird.
    Aber die Essenz dieses einzelnen kann nicht zurückfließen in den großen Vorrat, richtig?

    Ist beides richtig?
    Habe ich die das prinzipiell richtig verstanden?
    Ist keine Hoffnung, dass man die Wiedererweckung bei den Untoten bzw. das Neuerschaffen beim Schwarzen Eis dadurch hemmen könnte, falls man genügend Objekte/Gestalten/Rakhs/Untote entsprechend behandelt?
    Geändert von Josephus (21.02.2016 um 14:35 Uhr)
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    Josephus, Schamane und Heiler

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