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Thema: Logik ist denkende Kunst

  1. #1
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    Standard Logik ist denkende Kunst

    Weit entfernt von der Globule Mythodeas, zumindest war Mythodea aus dieser Perspektive eine Globule, lagen die Mittellande. Fremd war der Fremde nur in der Fremde hatte ein weiser Mann einst gesagt, und so war der Mann in der grünen Robe, die mit arkanen Symbolen bestickt war kein Fremder. Zumindest nicht in Dros Rock, einem kleinen Land im mittleren Norden der Mittellande. Doch war er auch ein Fremder oder würde es sein, wenn er seinem Jarl diesen Sommer erneut durch die Sphären folgen würde, um einen Krieg an einem Ort und für Menschen zu führen, die ihm immer fremder wurden.

    Befremdlich waren auch die Schriftstücke, die vor ihm lagen und der Magus raufte sich verzweifelt die Haare, als er die neuen Paragraphen des Kriegsrecht studierte. Aiden ui'Thallwyn hatte einen Verstand den man am ehesten als rational, mathematisch oder analytisch bezeichnen konnte und er hatte Schwierigkeiten der Logik einzelner Entschlüsse des Kriegsrates zu folgen.
    "Spart Ressourcen!", murmelte der Hofmagus vor sich hin, "das klingt, als käme es aus dem Munde der Ratio." Sein Augenmerk fiel auf einen weiteren Punkt der Liste.
    "WAS?", aufgebracht erhob er sich, "Das kann nicht ihr Ernst sein!", echauffierte der Magus sich, doch einzig kalte Wände aus Stein reflektierten ungerührt seinen emotionalen Ausbruch, der alle Rationalität hinwegblies. Unverständnis und Wut brachen sich ihre Bahn, auch wenn niemand seine Worte hören würde.

    "Wir sollen allen Ernstes Spiegelpunkte entweihen nachdem wir sie nicht mehr benötigen, weil sonst der Ratio die Energien der Elemente in die Hände fallen würden? Was für ein Schwachsinn! Welcher Priester würde einen Schrein seines Gottes entweihen, damit ein Ungläubiger daran nicht beten könnte? Das ist plasphemisch! Nur gut, dass ich kein frommer Siedler bin, der die Elemente verehrt. Ich müsste mich ja schämen, für diesen Unfug! Und überhaupt, was sollen denn die Elementarvölker davon halten, deren Überleben dürfte ja wohl davon abhängen, dass wir die Spiegelpunkte halten, solange wir da sind. Na da bin ich ja gespannt.
    Aber grundsätzlich ist es ja eine tolle Idee, es dem Feind leichter zu machen, immerhin hat die Ratio letztes Jahr soviel mit den Spiegelpunkten anfangen können... nämlich sie zerstört. Warum sie das wohl gemacht haben, wenn wir sie damit eigentlich gefüttert haben. Da sind ja wirklich kluge Köpfe in unserem Kriegsrat vertreten.

    Ach? Den Garten wollen sie uns auch verbieten? Ja hervorragend! Vielleicht sollten wir, der Einheitlichkeit wegen, in Zukunft auch gelbschwarze oder orangeschwarze Farben tragen, wenn wir die Regeln der Ratio so fröhlich und schnell als unsere eigenen annehmen wollen, können wir schließlich auch so aussehen wie sie! Ich dachte wir sollen die Ratio vernichten und nicht uns assimilieren lassen!

    Pah, warum ist eigentlich noch keiner dieser klugen Köpfe darauf gekommen, die Mangelgesellschaft der Ratio mit plötzlichem Überfluss zu konfrontieren. Ich würde gerne sehen, wie das System der Ratio seiner Grundlage beraubt zusammenbräche."

    Langsam beruhigte sich der Magus wieder, stützte sich mit beiden Händen schwer auf dem Schreibtisch ab, seine Tirade war zum erliegen gekommen und er murmelte nur mehr wieder vor sich hin, "Aber was weiß ich schon von dieser Globule und ihren intersphärischen Wechselwirkungen.", Aiden seufzte, "Hauptsache ich schaffe es, dafür zu sorgen, dass der Jarl und seine Getreuen, die mit uns dorthin gehen auch mehr oder weniger heil ihren Weg zurück finden werden. Vielleicht muss ich nach dem Feldzug aber doch noch einmal auf den Jarl einwirken, dass er uns nicht wieder und wieder in diese Sphäre führt, auch wenn das für ihn bedeutet seine Freunde im Stich zu lassen, die dort jedes Jahr in den Krieg ziehen."

    Der Hofmagus zog ein leeres Blatt zu sich heran, langte nach einer Feder und nachdem er sie in ein Tintenfass gestippt hatte, schrieb er: Notiz: Sphärische Seelenanker! Anfrage über Mag. Kemur an die Sternenzitadelle.

  2. #2
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    Nach erhalten der Botschaft zu dem neuen Kriegsrecht macht sich Mr. Droch so seine Gedanken ...
    es erscheint ihm schon logisch das so wenig Ressourcen wie möglich verschwendet werden ... zum einen weil sein Heimatland wenig gibt und zum anderen muss man diese nicht dem Feind geben das dieser die eigenen Ressourcen gegen einen selbst verwendet.

    Ihm wurde aber auch immer gelehrt das solche Orte der Kraft die eigenen Leute motiviert und an diesen Orten Gemeinschaften und Pläne geschmiedet werden.
    Oder trifft dort Freunde oder lernt neue Freunde kennen ... um es abzukürzen ... ein Garten Terras ist ein solcher Ort und wichtig.

    Etwas sarkastisch und mit einem bösen Augenzwinkern kommt er zu folgen Ausruf:

    Ja wenn ein Garten Terras Verschwendung der Energie Terras ist ... dann ist jedes kochfeuer und jede Lampe eine Verschwendung der Energie Ignis
    Salman Birkenmoos ergänzt: jeder Gang zum Abort eine Verschwendung von Aqua und das atmen eine Verschwendung Aeris


    Droch setzt dem ganzen die Krone auf: und jeder Furz eine Verschwendung Magicas ....

    Nichts desto trotz, findet Droch, müssen wir alle an einer gemeinsamen Lösung suchen. Wie diese aussieht weiß er noch nicht. Aber so wir gefordert Word diese nicht aussehen.

  3. #3
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    Josephus horcht auf. Welche Gadanken streiften da gerade seinen Geist?
    Er denkt:
    "Da streiten sich der Elemente-Glaube und die RATIOnale Vernunft miteinander.
    Ich vertraue da mehr meinem Glauben, der auch noch von der sachlich-logischen Überlegung gestützt wird, warum die Ratio-Krieger die Spiegelpunkte zerstört haben."
    Seien Elemente und Geister Euch stets wohlgesonnen.
    Josephus, Schamane und Heiler

    Wir lernen von Lehrern und Büchern. Und das allermeiste vom Leben selbst.
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  4. #4
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    William schaut irritiert und ein wenig verblüfft auf seine Sammlung seltener Schriften zu taktischem Vorgehen aus aller Welt und stellt sich folgende Frage: " Wenn die Ratio die Energien an geweihten Spiegelpunkten und an orten der Macht abziehen könnte um sie gegen uns einzusetzen, so wäre es durchaus taktisch sinnvoll gewesen, diese einzunehmen und zu halten, nachdem sie geweiht wurden......aber weniger sinnvoll sie zu zerstören! Es sei denn es schadet der Ratio wenn diese dort fremden Energien aus Mythodea einströmen!

    Würde ich den Brunnen zuschütten, wenn ich durstig bin? Wohl kaum - es sei denn er ist vergiftet und ich will vermeiden, das andere von dessen Wasser trinken.

    Aber wenn dem so ist, das die Energien der Elemente an den geweihten Orten für die Ratio in irgendeiner Form schädlich sind, dann wäre es schon ein vorübergehender Schutz diese Spiegelpunkte vor einem militärischen Verlust zu entweihen, damit die Ratio sich nicht genötigt sieht sie zu zerstören!

    William greift sich grübelnd an sein Kinn - ja so ergibt es doch einen Sinn - also die Punkte halten und die unbequeme Energie einfließen lassen, aber wenn ein Verlust der Punkte droht, dann doch erst einmal vorübergehend entweihen, damit sie bei Übernahme durch den Feind nicht durch eben diesen zerstört werden und später unbeschadet zurückerobert werden können, um sie dann neu zu weihen!
    Zitat: "Kein Plan überlebt die erste Feindberührung." Helmuth von Moltke (1800-1891)

  5. #5
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    Vielleicht hätte Deirdre den Brief besser versiegelt an Leonora geschickt, aber sie konnte ja auch nicht ahnen, dass man ihren Brief ließt oder gar kopiert und anderen zum lesen gibt...
    Nur gut, dass die Gärtnerin noch nichts davon weiß, dass ihr Brief nicht nur von Leonora gelesen werden würde...
    [...überlegt euch selbst, ob und wie ihr Kenntnis von dem Brief erlangt haben könntet, ansonsten ignoriert ihn ]

    Hoch geschätzte Freundin Leonora,

    ich wende mich heute an dich nicht als Bürgerin des Reiches, sondern als deine Freundin und Kind Terras, um dir eine Bitte anzutragen, bevor wir nach Kelriothar aufbrechen und noch weitere tapfere Streiter verunsichert werden. Denn wir sollten jeden Zwist auf diesem Heerzug vermeiden.

    Mich erreichten in den letzten Tagen und Wochen immer mehr Boten und Botschaften. Sie äußern Verärgerung, Bestürzung, sogar Angst. Du fragst sicher, warum? Weil sie glauben, der Kriegsrat würde ihnen etwas nehmen, für das sie streiten. Und ich möchte versuchen, dir zu erklären, wie es dazu kam.

    Der Aufruf zum Heerzug enthielt auch eine Abschrift der in Holzbrück verkündeten Erweiterung zum Kriegsrecht. Und ich muss zugeben, als ich die Zeilen das erste Mal lass, keimte auch in mir Wut und Unverständnis, wie ein Rat, der behauptet, im Namen der Elemente zu streiten, so etwas entscheiden kann.

    Du wirst sicher schon erahnen, um welchen Teil es geht: Das Verbot einen Garten Terras zu errichten. Zumindest liest man dies als erstes aus den Worten.
    Auch ich habe sie zunächst so verstanden, bis ich sie noch mehrere Male lass und meine Wut zügelte, um mit klarem Verstand den Grund der Worte hinterfragte.
    Nun, nicht jeder tut dies und so schwelt in Vielen Sorge, Verärgerung und sogar Angst. Sie lesen aus den Worten: Wir verbieten euch Terra zu ehren und euch in Zeiten der Not an Terra zu wenden.

    Der Garten ist für Viele ein heiliger Ort, eine Grundfeste, ein Anker, eine Mahnung, wofür sie kämpfen und warum sie den Verfemten die Stirn bieten. Sie verbinden mit ihm viel Gutes und vor allem Beständigkeit und Erinnerungen: die Aufbahrung der Füchsin, die heilende Kraft Aquas Karaffe, die Wiedererstarkung nach einem Kampf, die Schönheit und Vielfalt von Terras Schöpfungskraft, Stolz und Trotz wider die Verfemten, Trommelrituale und ein Avatar, der die Pflanzen lächelnd betrachtet. Das alles gibt Kraft, ist Anker und tiefe Wurzel.
    Und wenn ich nun dich frage, welche Erinnerung verbindest du mit dem Garten, so sind sicher auch einige starke Bilder und Gefühle in deinen Gedanken.

    Du bist ein Kind Aeris, darum versuche ich es mit einem Gleichnis: Den Kindern Terras den Garten zu verwehren, ist wie einer Pflanze die Wurzeln zu entreißen. Man kann Blätter und Blüten abreißen, eine starke Wurzel wird sich erholen und neue Blätter sprießen lassen. Aber entreißt man die Wurzeln, so stirbt die Pflanze. - Ich könnte mir vorstellen, für ein Aeriskind wäre es, wie wenn man es fesselt und einsperrt und verwehrt zu tanzen. Was für euch die Bewegung ist, ist für Terrakinder die Beständigkeit, der feste Halt.

    Ich habe jenen, die zu mir kamen, Mut zugesprochen und versichert, dass es den Garten weiterhin geben wird. Ich habe ihnen versucht zu erklären, was die Intention des Gesetzes ist, nämlich das Vermeiden der Verschwendung von elementarer Kraft.

    Schon beim letzten Feldzug haben wir den Garten nicht mit elementarer Kraft gefüllt, anders als damals in den Feldzügen nach Doerchgart oder in Shan-Meng-Feyn. Und ich werde auch dieses Mal die Säulen des Gartens nicht mit elementarer Kraft befüllen, schon gar nicht Terras Heiligtum dorthin rufen. Ich bezweifle, das ich dazu überhaupt in der Lage wäre, da mir jeder Streiter, der versucht mit elementarer Kraft zu wirken an meinem Innersten zehrt. Kelriothar ist nicht Mythodea und meine Kräfte versiegen gar zu schnell dort.

    Ich bitte dich daher im Namen der Kinder Terras dem Kriegsrat die Erlaubnis zu entringen, dass auch dieses Mal ein Garten errichtet werden darf. Die wenigen Pflanzen, die wir auf den Feldzug mitnehmen sind keine Kraftanstrengung verglichen mit den hunderten von Streitern, die an meiner Kraft ziehen. Gewähre den Kindern Terras ihren spirituellen Ort.

    Und sofern es nicht zu viel verlangt ist, bitte ich um eine Sekemkugel für jede Nacht, um ein kleines Licht in den dunkelsten Stunden zu entfachen. Ich würde einen kleinen Lichtzauber in der Laterne mit dem Terrasymbol im Garten platzieren.
    Es wäre kein Leuchtfeuer für die Verfemten, lediglich ein Zeichen und Symbol für die Streiter der Elemente.
    Verglichen mit den hunderten von Sekemkugeln, die die Streiter in den Bannern bei sich tragen werden, würde diese eine wohl kaum von der Ratio bemerkt werden.

    Hier geht es rein um die Symbolkraft. Doch diese kann in einer Welt wie Kelriothar so viel in den Herzen der Streiter bewirken.

    Gerne nehme ich auch in Kauf, dass ich für mich selbst keine Sekemkugel bekomme, wenn es so vielen Streitern hilft. Ich werde die Schwäche ertragen, wenn die Herzen der Streiter dafür Stark bleiben.

    Und wenn diese Sekemkugel sogar vom Kriegsrat (oder der Bannerführung) offiziell und öffentlich gegeben wird, könnte dies sogar als Zeichen dienen, dass der Kriegsrat etwas für die Streiter tut.
    Nicht, dass dem nicht so wäre, aber dieses Zeichen wäre für viele einfache Streiter greifbar, ja sogar verständlicher, als die großen Taktiken, die sie nicht kennen oder verstehen.

    Ich bitte dich, meine Worte zu bedenken und verzeih, dass ich sie in einem so langen Brief festhalte. Aber ich fürchte, wenn wir uns erst in Kelriothar befinden, werde ich nicht mehr die Kraft besitzen, die Worte so geduldig zu wählen.


    In Freundschaft und Hochachtung für die Aufgabe, die du übernommen hast,

    Deirdre Arianrhod vom Hain, Gärtnerin Terras
    Hüterin Deirdre Arianrhod,
    Die Gärtnerin mit dem Efeu auf dem Kopf

  6. #6
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    Lasst uns den Garten Terras errichten.
    Was will der Kriegsrat wohl gegen die Elemente machen?
    Seien Elemente und Geister Euch stets wohlgesonnen.
    Josephus, Schamane und Heiler

    Wir lernen von Lehrern und Büchern. Und das allermeiste vom Leben selbst.
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  7. #7
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    Deirdre erhält einen Brief von Leonora. Sie liest ihn aufmerksam und schüttelt nur immer wieder den Kopf und seufzt nur leise.
    "Ach Kind des Windes, zu eilig hast du gelesen und dadurch missverstanden.
    Vielleicht findet sich vor dem Portal noch einmal die Möglichkeit zu reden."

    Sie legt den Brief in die Truhe, die in der Hauptstadt bleiben wird, bevor sie sich an die Reisevorbereitungen macht.
    Hüterin Deirdre Arianrhod,
    Die Gärtnerin mit dem Efeu auf dem Kopf

  8. #8
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    Absalon Carnifex hat eine Idee: Lasst uns den "Garten Terras" doch umtaufen in den "Garten der Vielfalt". Der ist ja laut Kriegsrecht offenbar nicht verboten...

  9. #9
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    Klingt erstmal gut.
    Da das aber der Verehrung Terras dienen soll und ein Ort der Sammlung und der Erholung im Namen Terras, scheint mir der Name missleitend zu sein.
    Andererseits ist das ja auch genau der Zweck des Umbenennung.
    Bin unentschlossen, ob ich als Anhänger Terras den Vorschlag gut finden soll.
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  10. #10
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    Auszug aus dem Tagebuch des Grafen William, Lord of Helmsley:

    …..ich hasse den Winter und ich hasse die Wilden aus dem Norden!

    Es ist kalt, das Futter für Mensch und Tier wird immer knapper, das Heu ist schimmelig, die Wege sind kalte Schlammlöcher. Meine Hände sind blau gefroren und um dies zu schreiben muss ich sie mir immer wieder an dem spärlichen Feuer in meiner Halle aufwärmen...ja auch das Feuerholz wird langsam knapp!

    Aber es ist mir gelungen erneut die Nordgrenzen meiner Grafschaft zu halten, auch wenn viele gute Männer dabei ihr Leben lassen mussten und andere nie wieder in der Lage sein werden ein Schwert zu führen. Immer wieder brandeten Wellen der Barbaren gegen die nördlichen Grenzbefestigungen, aber sie hielten stand.

    Ich werde vor dem Sommerfeldzug noch viel erledigen müssen!

    Ach ja der Sommerfeldzug....wieder einmal werde ich keine Männer aus meiner Grafschaft abziehen können, um sie in die Spiegelwelt zu führen. Zu viel ist hier zu tun und zu wenige gesunde kräftige Arme und Beine sind mir geblieben, um alles zu schaffen. Wälle instand setzen, Felder für die Aussaat vorbereiten, Vorräte und Holz in den Wäldern sammeln, die verwundeten Männer und Pferde pflegen, neue Schilde, Pfeile und Speere bauen, Leder gerben und so unendlich vieles mehr ist zu tun.

    Aber dennoch, es hat sich gelohnt!
    Wieder einmal konnte ich die meisten Menschen auf meinem Land, in meiner Obhut, sicher durch einen harten Winter bringen und die Besitztümer meiner Familie beschützen. Ich muss sie beschützen, denn wenn ich es nicht schaffe, könnte es meinem König belieben einem anderen Edelmann dieses Land zum Lehen zu geben.

    Also macht es Sinn hier immer wieder auszuharren, zu kämpfen, denn nur so halten wir unsere Stellung und damit unser Zuhause!

    Tja und da sind sie wieder meine Gedanken aus den früheren Sommerfeldzügen und mit ihnen die vielen Fragen........

    Als wir damals auf Mythodea die Büchse der Pandora geöffnet hatten, mussten wir lange und hart kämpfen um uns zu behaupten, um Land für Siedler zu gewinnen, um Reichtümer in dieser neuen Welt zu erobern und letztlich auch um gegen das Böse an sich zu kämpfen, was einem echten Ritter allein Grund sein sollte sein Schwert zu erheben.

    Es waren harte und entbehrungsreiche Jahre, aber es hat sich gelohnt, Mythodea ist sicher und gehört uns. Und es ist wirklich wie eine neue Welt, denn uralte Feindschaften wurden beigelegt um gemeinsam Seite an Seite gegen das Übel zu streiten! Wer hätte gedacht, das Völker die sich seit Jahrhunderten bekriegen überhaupt dazu fähig sein könnten. Es erscheint mir immer noch wie ein Wunder!

    Doch dann, nach langem harten Kampf war der gemeinsame Feind verdrängt, durch ein uraltes Tor geflohen, in eine uns völlig fremde und unbegreifliche Welt – die Spiegelwelt!

    Sieg – Mythodea gehört uns!

    Ich werde nie wirklich begreifen, warum nur jemand auf die Idee kam, den Dienern des Bösen in diese so unbegreiflich fremde und lebensfeindliche Welt zu folgen!

    Das Opfer Terras, um uns dort eine winzige Oase zu schaffen, von der aus wir weiter angreifen können – doch wofür?

    Jedes Jahr versammeln sich die Heere, die einst Mythodea eroberten und durchschreiten das Nichts um einige Tage in dieser fremden Hölle zu kämpfen!

    Was erhoffen wir uns davon? Land? Reichtümer? Wohl kaum!
    Das Land ist lebensfeindlich – selbst für die exotischen Streiter unter uns nicht wirklich geeignet. Es zehrt uns aus, es tötet uns und dennoch greifen wir immer wieder an.

    Wäre es nicht sinnvoller einfach auf Mythodea einen starken Wall um jenes merkwürdige Tor zu errichten? Besetzt mit einer starken Garnison aus den besten Kämpfern und Magiern aller Völker?

    Was erwarten wir dort zu finden, was es rechtfertigt dort jeden Sommer aufs neue Blut zu lassen?

    Und warum gehen wir dort hin und warten dann darauf was unser Feind macht?

    Sind nicht wir jetzt die Angreifer? Müssten nicht wir vorstoßen und fremde Städte einnehmen, plündern, um wenigstens mit Reichtümern beladen nach Hause zu kommen?
    Was bringen wir den Witwen und Waisen jener tapferen Recken mit, die dort ihr Leben ließen?
    Was sagen wir den Menschen in der Heimat, welche ruhmreichen Erfolge wir verbuchen konnten, die dieses grausame Opfer jedes Jahr aufs neue rechtfertigen?
    Was erhoffen wir uns dort zu finden? Land jedenfalls nicht, denn es ist für uns nicht dauerhaft bewohnbar, Städte habe ich noch keine gesehen und somit auch keine lohnenswerte Beute!

    Vielleicht müssten wir tiefer vorstoßen? Können wir das überhaupt? Warum überlassen wir dem Feind die Initiative? Sind nicht wir es, die dort eindringen? Sollten wir sie nicht in ihre Defensivstellungen zwingen, auf das sie sich verteidigen oder sich uns ergeben müssen?

    Doch wo sind diese Stellungen, Burgen, Dörfer, Städte über die auch ein so unbegreiflicher Feind zweifellos verfügen muss?
    Wir finden feindliche Heerlager, die wir nicht angreifen dürfen!
    Wir finden seltsame Punkte, die nach den Aussagen unserer Gelehrten wohl irgendwie bedeutsam sind, aber wir können sie nie lange halten, da der Feind seine starke Magie uneingeschränkt nutzen kann, während unsere Magie fast versagt!
    Der Feind hat starke – ja scheinbar unbesiegbare – Helden, unsere sind tot oder kraftlos dort!

    Wenn wir auch in diesem Jahr wieder gezwungen sind, in der kleinen Oase auszuharren, die uns Terra mit ihrem Leben geschenkt hat und wir wieder nur darauf warten müssen, das der Feind, den WIR doch eigentlich angreifen, an unser Tor klopft, nur um uns dann in einem ungleichen Kampf aufreiben zu lassen, frage ich mich ernsthaft nach dem Sinn der ganzen Unternehmung!

    Wenn wir nicht tiefer vorstoßen können, wenn wir keine feindlichen Befestigungen finden, die wir einnehmen und halten, wenn wir keine Weiler oder Städte finden, die lohnenswert zu plündern wären.....ja warum bei allen Göttern gehen wir dann überhaupt dort hin?

    Warum füttern wir das Böse mit den Leibern und Seelen unserer tapfersten Recken?

    Soll die Ration doch dort in ihrem finsteren Reich herrschen und Kriege gegen andere dunkle Wesenheiten führen! Was schert es uns?

    Es ist kein Reich, das für Menschen oder unsere verbündeten nichtmenschlichen Brüder geschaffen ist! Selbst Elbenmagie ist dort schwach und sie können sterben und so ihre unsterblichen Seelen womöglich für immer der Finsternis anheim fallen lassen! Wofür das Ganze?

    Ich werde keine eigenen Landsmänner dorthin zum sinnlosen sterben führen! Selbst wenn ich sie hier erübrigen könnte! Ich werde bestenfalls ein paar Söldner anheuern und ein letztes Mal nachschauen, ob es dort nicht doch etwas gibt, wofür es sich zu kämpfen lohnt.
    Aber ich werde darauf drängen, das wir in diesem Jahr weiter vorstoßen und nicht wieder nur die seltsamen Punkte, ein paar hundert Schritte um unser Lager herum einnehmen, verlieren und wieder nur Tote und Verwundete mit nach Hause bringen!
    Letztlich verlieren wir ja doch alles eroberte wieder, wenn wir nach einigen Tagen der bösartigen Natur jener Welt den Rücken kehren müssen! Was also können wir dort an Dauerhaften gewinnen?

    Sicher, der Krieger und Abenteurer in mir sehnt sich nach ruhmreichen Kämpfen und dem Unbekannten in einer fremden Welt, aber damit werde ich mein Lehen daheim nicht über den nächsten Winter bringen und keine hungrigen Mäuler stopfen können!

    Ich habe genug in meiner Heimat zu tun – wichtige Dinge, die einen erkennbaren Sinn haben!

    Von mir aus auch Kriegszüge für meinen König, um dann schwer beladen mit Reichtümern und Ruhm nach Hause zu kommen!

    Aber es wird das letzte Mal sein, das ich einen sinnlosen Kampf um nichts, außer dem nackten Überleben führe! Das gelobe ich feierlich vor den Göttern!

    Ich bin ein erfahrener Recke, dessen grauer Bart verrät, das er schon viele Kriegszüge gesehen hat, mein König schätzt daher meinen Rat als taktischer Berater, aber vielleicht bin ich in diesen Dingen doch zu dumm und verstehe die höheren Zusammenhänge nicht.

    Ich sollte meine Gedanken zu Papier bringen und sie einem der weiseren Männer/Frauen vorlegen.

    Wenn ich doch nur wüsste, an wen ich mich da wenden könnte – oder sollte ich gar meine Gedanken so offenbaren, dass es viele weise und erfahrene Gefährten lesen können?

    Wer weiß, vielleicht ergibt das alles ja doch einen Sinn und es findet sich jemand der ihn mir eröffnet?

    Vielleicht sollte ich einfach Kopien meiner Gedanken anfertigen und mit Boten an die Veteranen der Sommerfeldzüge verschicken und darauf hoffen, das sich einer findet, der mir meine Fragen beantworten kann?

    Nicht als persönlichen Brief, denn die meisten werde ich nicht kennen – ja ich weiß nicht einmal wo ich sie finde, aber die Boten, die uns jedes Jahr begleiten, sollten es wissen und auch wissen, wen ich fragen sollte!

    Ja, so soll es sein! Ich kopiere einfach die letzten Seiten aus meinem Tagebuch und überlasse es den erfahrenen Boten, die Abschriften an die richtigen Leute zu verteilen......und sie zu bitten es weiter zu teilen, falls auch sie die Fragen nicht beantworten können. Irgendwo sollte es doch jemanden geben, der Antworten hat......und wenn es am Ende die Götter selbst sind!
    Geändert von William of Helmsley (16.03.2016 um 11:39 Uhr)
    Zitat: "Kein Plan überlebt die erste Feindberührung." Helmuth von Moltke (1800-1891)

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